

Still-liegen und Wenig-denken ist das wohlfeilste Arzneimittel
für alle Krankheiten der Seele.
Friedrich Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches
Die innere Ruhe zu finden und zu bewahren, ist für die
Bewältigung des oft hektischen Alltags in unserer schnelllebigen Zeit mit vielfältigen
Anforderungen und ständiger Reizüberflutung von großer Wichtigkeit.
Meditation kann hierbei ein ausgezeichnetes Hilfsmittel sein und fast jeder von
uns hat bereits erste Erfahrungen mit Meditation gesammelt, oft unbewusst,
beispielsweise wenn man sich bei einem Musikstück vollständig einer
aufkommenden Stimmung hingibt.
Meditation bedeutet sich „zur Mitte ausrichten“ von
lateinisch medius, die Mitte. In vielen Religionen und Kulturen ist Meditation
eine geübte spirituelle Praxis. Auch die moderne Wissenschaft beleuchtet das Phänomen
Meditation und konnte vielfältige positive Wirkungen von Meditation und
Entspannungsverfahren nachweisen.
Trotz der unterschiedlichen Meditationsarten und
Entspannungsverfahren führen sie zu
relativ einheitlichen und ähnlichen Veränderungen, die als „relaxation
response“ bezeichnet werden. Diese Entspannungsreaktion führt auf mehreren
Ebenen zu physiologischen Veränderungen und kann deshalb positiv wirken bei
Stress- und Spannungsbedingten Störungen (z. B. bei chronischer Übermüdung,
zur Entspannung bei Burn-out-Syndrom, bei Ängsten, Unruhe und Schlaflosigkeit,
Konzentrationsschwierigkeiten und Bluthochdruck), bei
vegetativen Störungen (z. B. bei Sodbrennen, Verdauungsproblemen,
Menstruationsbeschwerden oder Psychosomatische Beschwerden), bei
chronischen Schmerzen (z. B. bei Spannungskopfschmerz oder Migräne).
Meditation ist eine Wohltat für uns. Sie kann uns zu
mehr Ruhe und Gelassenheit verhelfen, mehr Wohlbefinden und Freude und unterstützt
unsere gesamte Persönlichkeitsentwicklung.
Wie wirkt Meditation?
Es gibt sehr unterschiedliche etablierte
Entspannungsverfahren und –techniken. Bekannte Beispiele sind Meditation,
Progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen, Autogenes Training oder imaginative
Verfahren. Einige Verfahren sind wissenschaftlich gut untersucht. Auch wenn man
nicht alle Details der Wirkungsweise kennt, zeigt sich doch, dass trotz der
verschiedenen Ansätze relativ einheitliche und ähnliche Wirkungen erzielt
werden. Diese Wirkungen werden häufig als relaxation response bezeichnet, die
somatischen (körperlichen) und kognitiven (das Denken, die Wahrnehmung und das
Lernen betreffend) Effekte umfassen. Die relaxation response kann zu verschiedenen
physiologischen Veränderungen führen:
Kardiovaskuläre Veränderungen
Im Herz-Kreislauf-System kann eine Senkung des
Blutdrucks, eine Erweiterung der peripheren Gefäße oder auch eine
Verlangsamung der Herzfrequenz beobachtet werden.
Respiratorische Veränderungen
Im Atmungssystem kann es zu einer Harmonisierung des
Atemrhythmus, einer Senkung des Sauerstoffverbrauchs und einer Verlangsamung der
Atemfrequenz kommen.
Neuromuskuläre Veränderungen
Die Nerven und die Muskulatur betreffend können
ebenfalls Veränderungen
zu beobachten sein. Die Reflextätigkeit verändert sich und die Spannung der
Skelettmuskulatur nimmt ab.
Zerebrale Veränderungen
Im Gehirn können sich die Frequenzen der Hirnwellen
verändern. Im EEG zeigte sich das Auftreten von Alpha- und Theta-Wellen. Es
zeigte sich dabei ein deutlicher Unterschied zwischen Entspannungszustand und
Schlaf.
Gerade das Auftreten von Alpha- und Theta-Wellen macht Entspannungsverfahren wie
die Meditation so interessant. Zuständen, die diesen Frequenzbereichen der
Hirnwellen korrespondieren, werden als mögliche Effekte eine Erhöhung der
Erinnerungs- und Lernfähigkeit sowie eine verbesserte Konzentration und Kreativität
zugeschrieben.